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Einflüsse auf unser Essverhalten



Ernährung ist doch eigentlich eine ganz simple Sache, oder?


Man tut „oben“ etwas hinein, der Körper nimmt sich, was er braucht & „unten“ kommt dann eben das heraus, was er nicht gebrauchen konnte.Was man sich zuführt, kann gesund sein oder nicht.

Es obliegt doch ganz klar der eigenen Entscheidungskraft, ob man sich nun für „gesündere“ oder gesundheitsfördernde Lebensmittel entscheidet ... oder nicht…?

Warum fällt es uns aber dennoch oft so schwer, klare Entscheidungen zu treffen?

Was hat Einfluss darauf, zu welchen Lebensmitteln wir greifen & wie sich unser Essverhalten gestaltet?


Die Einflüsse darauf, was täglich bei uns auf den Tisch kommt, sind wesentlich vielfältiger, als wir es uns vorstellen können. Betrachtet man diese Punkte etwas genauer, kann man rasch besser verstehen, warum Ernährung doch nicht so einfach ist & auch warum unsere persönlich geglaubten Entscheidungen vielleicht doch nicht ganz so persönlich sind.


Einflüsse auf unser Essverhalten


Soziale Einflüsse


Zunächst bringen das Essverhalten mit, welches wir in unserer Familie erlernt haben. Unsere Eltern geben vor, wann gegessen wird, was auf den Tisch kommt, packen unsere Jausenbox und gestalten die Umstände der Mahlzeiten. Im Jugendalter nimmt v.a. das Essverhalten der Freunde, die neu gewonnene Freiheit und die ersten paar eigenen Euro in der Tasche Einfluss darauf, was wir zu uns nehmen.


Später kommen dann Partner:innen oder Kolleg:innen zu den Einflussfaktoren hinzu.

Gerade die Ernährungsgewohnheiten unserer Lebenspartner:innen beeinflussen uns weitgehend. Hier lässt man sich sehr leicht beeinflussen, nimmt Gewohnheiten des Partners oder der Partnerin an & deren Unterstützung ist meist auch ein wesentlicher Faktor, ob uns eine Ernährungsumstellung gelingt oder nicht.


Zu diesen täglichen Einflüssen kommen natürlich auch soziale Ereignisse, wie Veranstaltungen, Geburtstagsfeier, Restaurantbesuche etc.

Wenn all unsere Freunde bei Sushi die Nase rümpfen und wöchentlich doch lieber die Pizza beim Italiener um die Ecke bestellen, wird unsere Entscheidung automatisch mit beeinflusst.


Wenn du dich mit Menschen umgibst, die einen gesunden Lebensstil pflegen, lässt du dich automatisch davon mitziehen, genauso umgekehrt.


Daher macht es auch für dich einen Unterschied, ob sich deine Freunde am Wochenende lieber zum Trinkgelage oder zu einer Fahrradtour mit Stop im neuen Bio-Restaurant treffen ;-).

Angebot & Verfügbarkeit


„Das gibt es bei uns in der Nähe leider nicht.“ - „Unser Supermarkt führt diese Produkte nicht.“ „Hier auf dem Land habe ich nicht so viel Auswahl.“ - „In der Arbeit gibt es nur das relativ fette Kantinenessen & für anderes reicht die Zeit nicht.“ - „In der Nähe meines Arbeitsplatzes gibt es nur Fast Food.“ - „Das Hotelfrühstück bietet leider nichts Anderes.“ etc.


Vielleicht kommt dir das bekannt vor?


Welche Möglichkeiten wir in unmittelbarer Umgebung haben, wirkt sich entscheidend auf unser Ernährungsverhalten aus. Während in Großstädten die Auswahl an Supermärkten, Restaurants & Lieferdiensten wesentlich größer & vielfältiger ist, ist es auf den Land oft gar nicht so einfach. Wenn man für bestimmte Produkte erst in den Supermarkt, der 20 Minuten entfernt ist, fahren muss, wird es mit der Umsetzung schon schwieriger.

Wer in der Arbeit hochwertiges Bio-Essen zur Auswahl hat, trifft diese Entscheidung leichter, als wenn man für eine gesündere Mahlzeit erst 2 Stationen mit der U-Bahn zurücklegen müsste.

Vielleicht möchtest du dich auch auf Dienstreisen gesünder ernähren, das Hotel bietet dir aber nichts Anderes als Weißgebäck mit Butter & Marmelade.

Oder anders: Wenn das Hotel zum Frühstück frische Früchte, Leinsamen, Nüsse & Vollkornflocken anbietet, ist die Chance wesentlich höher, dass du darauf zugreifst.


Wenn es bei der Geburtstagsfeier des Großonkels am Buffet nur frittierte Speisen zur Auswahl gibt, beeinflusst dies ebenso dein Essverhalten, im Vergleich zu einem bunten Salatbuffet. Die Gegebenheiten sind ein wesentlicher Einflussfaktor.


Abgesehen von Restaurants, Shops udgl. spielt natürlich auch das Klima, in dem wir leben, sowie auch die saisonale Verfügbarkeit eine wesentliche Rolle.

Im Winter steht in Mitteleuropa oft nicht mehr Obst als Äpfel & Birnen zur Verfügung und in südlichen Ländern ist das Angebot an frischem Gemüse wesentlich vielfältiger.

Weitere äußere Einflüsse


Warst du jemals in einem Restaurant, in dem dir eine sehr große Portion aufgedeckt wurde, die du dann nur fertig gegessen hattest, „weil es ja schade drum wäre, bezahlen muss ich es doch auch“? Vorgegebene Portionsgrößen beeinflussen unser Essverhalten und sogar unsere Restaurantwahl. In Lokalen, die große Portionen servieren, fühlen wir uns besser umsorgt (Stichwort Fastford-Ketten) und kommen als Konsument:innen auch gerne zurück.

Wer jedoch mehrmals pro Woche im Restaurant neben dem Arbeitsplatz deutlich über den Hunger isst, wird das womöglich auch auf der Waage merken.


Auch unsere Tellergröße zuhause kann einen Einfluss auf unser Essverhalten haben: Wer sehr große Teller besitzt, lädt sich gerne mehr auf und isst tendenziell auch mehr, als wenn die Teller kleiner sind. Hier ein Tipp: bei großen Tellern das Volumen durch mehr Gemüse ausgleichen ;-).


Dass Werbungen, Plakate, der Geruch nach frischem Gebäck vor einer Bäckereien oder die Eisdiele am Weg uns mit visuellen oder sensorischen Reizen beeinflussen, ist ganz klar.

Oft greifen wir hier zu, obwohl wir gar nicht hungrig sind.



Dass manche Faktoren aber nicht nur beeinflussen, was wir essen, sondern auch wie wir essen, vergessen viele jedoch:

Wer während des Essens den Fernseher laufen lässt, Radio hört, ein Buch liest oder durch Instagram scrollt, isst weniger bewusst und achtsam und daher tendenziell mehr! Abgesehen davon, dass uns hier auch die Verdauung Probleme machen könnte, ist solch eine Art zu essen einer der klassischen Gründe für Gewichtszunahme & Heißhungerattacken.


Körperliche Einflüsse


Individuelle Verträglichkeiten, Allergien oder (chronische) Erkrankungen wirken sich direkt auf unsere Lebensmittelauswahl aus. Was nicht gut vertragen wird und Beschwerden verursacht oder verstärkt, wird meist auch nicht gegessen.


Ein nach wie vor weit unterschätztes Thema sind unsere Hormone: Auch sie können direkt Einfluss auf unser Essverhalten nehmen: Frauen kennen das meist besonders gut, wundern sich aber dann dennoch oft, wenn kurz vor der Periode der Körper scheinbar nicht satt zu bekommen ist. It’s the hormones, baby! Im weiblichen Zyklus kann nicht nur das Gewicht, sondern auch unser Hunger- & Sättigungsgefühl stark schwanken.


Auch die Cronobiologie spielt eine wesentliche Rolle: Hormone, wie das Sättigungshormon Leptin, das Hungerhormon Ghrelin, das Schlafhormon Melatonin etc. unterliegen unterschiedlichen Konzentrationen im Laufe des Tages. Auch dies beeinflusst unser Essverhalten. Beispielsweise macht uns die gleiche Mahlzeit morgens länger satt als abends, morgens werden Kohlehydrate besser verdaut & abends greifen wir hingegen lieber zu Fettigem & Salzigem.


Weiters wirken sich die Schlafqualität und kurz- oder langfristiger Stress auf unser Hungergefühl aus. Wer dauerhaft zu wenig schläft, isst auf lange Zeit automatisch mehr, um den Körper so mit Energie zu versorgen. In kurzen, intensiven Stressphasen ist unser Appetit meist reduziert, während Dauerstress zu einer Appetitsteigerung führen kann.



Sind wir Marionetten unserer Darmbakterien?

Ja, ob wir es glauben oder nicht, die kleinen Mitbewohner in unserem Darm entscheiden wesentlich darüber, ob wir uns bei der Lebensmittelauswahl für den Salat oder die Pizza entscheiden. Obwohl unser bakterieller Grundtyp (Genotyp) vorgegeben ist, haben wir trotzdem einen Einfluss auf die bakterielle Besiedelung unseres Darms und können uns mit der richtigen Lebensmittelauswahl die richtigen Bakterien „anzüchten“.

Und ja: Auch unter den Bakterien gibt es Schlankmacher und Dickmacher!


Lesetipp: Erfahrungsbericht Mikrobiomanalyse


Persönliche Einflüsse & Ethik


Geschmäcker sind verschieden - natürlich beeinflussen auch unsere persönlichen Vorlieben unser tägliches Essverhalten. Wem schlichtweg keine Bananen schmecken, der wird sie auch nie in den Tagesplan einbauen.


Ein unterschätzter Faktor sind hingegen Erinnerungen oder positive/negative Verbindungen, die mit gewissen Speisen in Zusammenhang stehen. Einige Mahlzeiten aus der Kindheit werden uns vielleicht ein positives Gefühl vermitteln, während die letzte Mahlzeit, die wir vor einem schweren Magen-Darm-Virus gegessen hatten, eher Übelkeit auslösen könnte.


Vorbilder & Ideale, z.B. aus der Fitness- oder Filmbranche, deren Ideal wir nacheifern wollen, hinterlassen einen entsprechenden Eindruck bei uns. Empfehlen diese Personen bestimmte Produkte, ernähren sich auf eine spezielle Art und Weise oder machen xy Stunden die Woche Sport, lassen wir uns davon sehr schnell beeinflussen. Das kann einerseits positive Auswirkungen haben, häufig sind diese (oft nicht zu erreichenden) Idole ein Grund für starke Unzufriedenheit, Diäten oder gar die Entwicklung von Essstörungen.



Emotionale Einflüsse und die persönliche Bedürfnisbefriedigung sind ein ganz großer Faktor und meist weit unterschätzt, wenn es um unser Essverhalten an sich geht. Wir nutzen Essen sehr oft nicht nur als Nahrungsaufnahme, sondern auch als Ersatz, Hilfe bei Einsamkeit, Stress, Langeweile oder dem Gefühl nicht zu genügen. Emotionales Essen läuft oft weg von Rationalität ab, äußert sich in Essattacken und führt zu häufig Schuldgefühlen & Frustration.


Wenn uns diese Faktoren beeinflussen, empfehle ich immer eine Expertin aufzusuchen, die dir hilft solche Muster aufzudecken und dich bei deinem Prozess unterstützt.

In meinen Beratungen macht diese Betreuung einen wesentlichen Faktor aus.



Unsere ethische Einstellung, sei es nun das Tierwohl betreffend, Klimaschutz oder die Vermeidung von Plastikverpackungen, wirkt sich direkt auf unsere Lebensmittelauswahl aus. Wer lange Transportwege von Lebensmittel vermeiden möchte, wählt lieber den Kohlrabi als die Avocado. Steht die Reduktion von Tierleid im Vordergrund, wird bestimmt auf Fleisch und vermutlich auch auf andere tierische Lebensmittel verzichtet.

Kultur, Bildung & Co.


Aus welcher Kultur wir stammen, welchen Traditionen wir folgen und welche Lebensmittel mit ihnen verbunden sind, prägen unser Essverhalten & unsere Lebensmittelauswahl, meist schon von Kind auf. Auch bestimmte Glaubensrichtungen und Religionen schließen manche Lebensmittel selektiv aus.


Gleiches gilt auch für die soziale Schicht, aus der wir stammen: welche Lebensmittel können wir uns überhaupt leisten? Erlauben unsere monatlichen Finanzen den Einkauf im Bio-Supermarkt oder reichen sie "nur" für den Discounter (claimer: das bedeutet nicht, dass Lebensmittel in Discountern grundsätzlich schlecht sind!).

Unsere persönliche Bildung hängt ebenso stark mit unserem Lebensmittelauswahl und mit dem Essverhalten zusammen. Je höher die Bildung, desto besser ist meist auch unser Zugang zu hochwertigen Informationen und entsprechend besser die Lebensmittelauswahl.


Fazit


Es gibt eine Reihe von Faktoren, die unser Ernährungsverhalten beeinflussen können. Einige erscheinen uns auf den ersten Blick klar & logisch, andere hätten wir vielleicht gar nicht auf dem Schirm gehabt.


Gerade wenn wir mit unserer Ernährung ein gewisses Ziel verfolgen wollen und/oder sie nachhaltig umstellen wollen, ist es wesentlich alle Einflüsse gleichermaßen zu betrachten.


Wenn eine langfristige Ernährungsumstellung nie klappt und wir immer wieder scheitern: woran liegt es? Tatsächlich an unserem Willen? Am Dauerstress? An der mangelnden Unterstützung der Familie oder gar an den spärlichen gesunden Auswahlmöglichkeiten im Alltag?



Ich unterstütze dich dabei, mögliche Einflussfaktoren aufzudecken

& deine Gewohnheiten endlich langfristig zu verändern!


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