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Richtig Trinken im Sommer: so geht's

Aktualisiert: 30. Juni 2019


Aufgrund er steigenden Temperaturen im Sommer schwitzt man bekanntlich mehr, umso wichtiger ist es daher ausreichend zu trinken und den Körper hydriert zu halten. Im Sommer merkt man meist schneller, wenn man nicht genug Flüssigkeit zu sich genommen hat, man fühlt sich benommen, schwindelig, bekommt Kopfschmerzen oder hat einen trockenen Mund.

Bei heißen Temperaturen neigt man daher oft automatisch dazu, kühlende Getränke zu sich zu nehmen, bevorzugt auch noch aus dem Kühlschrank. So fühlt man sich sofort erfrischt & bekommt wieder einen kühlen Kopf.

Aber sind kalte Getränke wirklich so günstig für den Körper? Wann soll man denn eigentlich trinken und wie viel?

Das und mehr erfährst du in diesem Blogartikel!


Was sind Anzeichen dafür, dass mir Flüssigkeit fehlt?

  • Durstgefühl

  • Schwindel, Benommenheit

  • Kopfschmerzen

  • Konzentrationsstörungen

  • niedriger Blutdruck

  • trockene Haut & Schleimhäute, trockener Mund & Lippen, trockene Augen

  • trockene Verdauung, Verstopfung

  • dunkelgelber Urin (dieser sollte hellgelb und klar sein & nicht riechen)

Wie viel Flüssigkeit ist ausreichend?

  • ca. 30ml Wasser pro kg Körpergewicht, bei 60kg entspricht dies also mindestens 1,8L (dies gilt auch im Winter)

  • bei vermehrtem Schwitzen gerne bis zu 1 L mehr

  • pro halbe Stunde Sport mindestens 1/2L Flüssigkeit mehr dazurechnen

  • Oft ist dies auch individuell sehr unterschiedlich. Wer z.B. keine größeren Mengen auf einmal trinken kann, ist gut beraten kontinuierlich in kleinen Schlucken Flüssigkeit zuzuführen.

Wann sollte man trinken?

Am besten ist es, den Körper über den Tag hinweg ausreichend hydriert zu halten. Dies ist wichtig für den Kreislauf, die Konzentration, die Verdauung und für alle ablaufenden Stoffwechselvorgänge im Körper.

Nicht auf den Durst warten, Vorsicht ist besser als Nachsicht!


Kennst du das? Du kommst abends nach Hause und dir fällt auf, dass du den ganzen Tag hinweg zu wenig getrunken hast, daher versuchst du, die Flüssigkeitsspeicher abends mit einigen Gläsern Wasser noch aufzufüllen?

Wer abends zu viel trinkt, wird nachts nicht sehr erholsam schlafen, da man immer wieder auf die Toilette laufen muss. Noch dazu fehlt dem Körper die laufende Hydrierung des Tages trotzdem. Zu viel Wasser am Abend wird auch nicht mehr gut verstoffwechselt, d.h. es ist leicht möglich, dass du dann morgens mit verschwollenen Augenlidern und dem Kissenabdruck in deinem Gesicht aufwachst ;-). Daher besser laufend trinken, als große Mengen abends auf einmal.


Vor dem Essen 1/2L Wasser macht schlank?

Diese "Empfehlung" hält sich, nach wie vor, sehr hartnäckig, wirklich unterstützend ist sie jedoch nicht. Lange galt ja die "Regel", man solle vor dem Essen 1/2L Wasser trinken, da man dann nicht so viel isst und automatisch Gewicht verliert. Der Körper lässt sich aber nicht so leicht austricksen: die Energie fehlt trotzdem und die holt er sich dann später in Form von Snackgelüsten etc. wieder zurück ;-).

Zu den Mahlzeiten viel zu trinken verdünnt jedoch die Verdauungssäfte und unterbindet eine gute Verdauung. In Wirklichkeit schadet man somit nur seiner eigenen Verdauung, da die Magensäure ihr Arbeit nicht gut erledigen kann und die Nahrung nicht gut verarbeitet wird. Dies kann zu Völlegefühl und Blähbauch, im schlechtesten Fall sogar zu Durchfall, führen.

Eine leichte lauwarme Suppe vor der Hauptmahlzeit ist jedoch in Ordnung.


Was sollte man besser vermeiden & worauf sollte man achten?

1) Kalte Getränke besser vermeiden, v.a. nicht aus dem Kühlschrank

Dafür: Getränke mindestens auf Zimmertemperatur, am besten sogar warm.

Kalte Getränke müssen im Magen erst auf Körpertemperatur aufgewärmt werden, der Körper wird also dazu angehalten, Wärme zu produzieren, was langfristig nur zu mehr Hitzegefühl führt. Noch dazu hat es der Magen gerne warm – wer mit Magen- oder Verdauungsproblemen zu kämpfen hat, ist gut beraten, kalte Getränke zu meiden.

Im Sommer befindet sich laut TCM unser Yang an der Körperoberfläche, was uns wacher und überschwenglicher sein lässt, dafür fehlt es aber in der Körpermitte. Mit zu vielen kalten Getränken läuft man daher Gefahr, das „Verdauungsfeuer“ zu löschen und die Mitte, die Körperbasis, zu sehr auszukühlen. Die hat’s nämlich gerne warm, auch im Sommer. Ansonsten zahlt sie es uns gerne mit spätsommerlichen Erkältungen etc. heim.


2) Zuckerhaltige Getränke reduzieren

Dafür: am besten Wasser, ev. mit Zitrone oder auch erfrischende Tees

Der Konsum zuckerhaltiger Getränke führen wieder zu verstärktem Durstgefühl, noch dazu trägt er wesentlich zur Zucker- und Kalorienaufnahme bei und ist eine der Hauptursachen für Übergewicht.

Wer viel Sport macht und daher sehr viel Flüssigkeit verliert, sodass diese mit einem isotonischen Getränk aufgefüllt werden sollte, kann sich dieses ganz einfach selbst herstellen:

Selbst gemachtes Sportgetränk:

Natur-Apfelsaft mit Wasser 1:10 mischen, dazu eine Messerspitze Salz – fertig!

Auch Kindern, die Wasser nicht gerne trinken, die Fruchtsäfte nur verdünnt anbieten – etwas „Geschmack“ im Wasser ist okay, jedoch sollte der Wasseranteil den größten Teil des Getränks ausmachen.


3) Alkoholhaltige Getränke nicht als Durstlöscher

Ein kühles Bier zum Grillen oder auch ein leichter Sommerspritzer abends auf der Terrasse? Klingt verlockend, jedoch bildet Alkohol selbst wiederum Hitze im Körper, die später nach einer erneuten Kühlung verlangt. Der Hopfen - und so das Bier - ist in der TCM zwar kühlend, das erhitzende Problem an dieser Stelle ist aber der Alkohol - dann lieber ab und zu ein Alkoholfreies zum Grillen!

Hat man viel geschwitzt und versucht die Flüssigkeitsbilanz mit einem alkoholhaltigen Getränk auszugleichen, so spürt man auch die Wirkung des Alkohols wesentlich schneller. Der Körper versucht, sich schnellst möglich vom Alkohol zu befreien, und "spült" seine Abbaustoffe aus dem Körper, dabei geht wiederum Flüssigkeit verloren. Wer gerne hier und da auch im Sommer ein Gläschen genießen möchte, ist gut beraten immer ein Glas Wasser dazu und den Alkohol nicht gegen den Durst zu trinken.

4) Starke Gewürztees durch erfrischende Kräuter ersetzen

Rotbusch, Chai, Yogitees & Co führen aufgrund der enthaltenen Gewürze zu Hitzebildung im Körper, Rotbusch wirkt v.a. auch austrocknend.

Wer bereits mit trockener Haut, Hitzegefühlen oder sogar Kopfschmerzen zu kämpfen hat, sollte den Körper nicht zusätzlich mit scharfen Gewürzen überhitzen. Hauptsächlich sind dies jene, die im Winter gerne zum Wärmen getrunken werden (Ingwer, Zimt, Nelken, Anis etc.)

Im Sommer eignet sich dafür z.B. Pfefferminze, Melisse, Zitronenverbene, Brennnessel oder auch verschiedene Blütentees, wie Rose-, Holunder- und Passionsblume.

Siehe zu diesem Thema auch den Artikel "5 Kräuter für einen kühlen Kopf".


5) Smoothies sind kein Getränk, sondern eine Mahlzeit

Auch bei den hausgemachten Smoothies gilt, dass sie als Mahlzeit und nicht als Getränk zu handhaben sind.

Von gekauften Smoothie sollten sowieso besser die Finger gelassen werden, diese enthalten teilweise sogar mehr Zucker als namhafte Softdrinks. Fruchtsaftkonzentrate haben in Smoothies nichts verloren, daher lieber genau auf die Zutatenliste achten oder sie am besten gleich selbst herstellen. Da weiß man dann ganz genau, was drin ist.

Beachtet man, was in so einen Smoothie alles hineinkommt - meist mehrere Portionen Obst, manchmal noch Nüsse, Samen etc. - so erkennt man leicht, dass es sich um eine vollwertige Mahlzeit handelt, die aufgrund der Früchte gar nicht so wenig Zucker enthält. Da man den Smoothie dann trinkt, fällt die Zufuhr der Mahlzeit nicht so auf.

Natürlich können Smoothies den täglichen Speiseplan ergänzen, aber sollten bewusst eingesetzt werden.


Nützliche Tipps:

  • Frisches Obst und Gemüse können die Wasserbilanz deutlich verbessern, da sie selbst viel Wasser enthalten.

  • Obstkompott ohne Zucker eignet sich v.a. für Kinder, die Trinkmuffel sind - aber genauso als erfrischender Snack für Erwachsene

  • Kräutertees können frisch zubereitet warm, aber auch abgekühlt, getrunken werden

  • Falls reines Wasser zu langweilig wird, kann es z.B. mit frischer Zitrone, Limette oder einigen Minzblättern verfeinert werden

  • Eine Wasserflasche kann helfen, die tägliche Trinkbilanz im Auge zu behalten (besser Glas als Plastik, da die kleinen Plastikpartikel teilweise ins Trinkwasser übergehen können und sich somit im Körper anreichern)

  • unterwegs immer (!) eine Trinkflasche dabei haben, diese kann dann bei Gelegenheit nachgefüllt werden

  • Leitungswasser bzw. Wasser ohne Kohlensäure ist besser als kohlensäurehaltiges Wasser (dies kann den Magen leicht übersäuern und führt auch zu Völlegefühl, das gerade bei Sommerhitze äußerst unangenehm werden kann)

  • Keine Wasserfilter benutzen (diese filtern leider auch alle wichtigen Mineralstoffe aus, die der Körper für einen guten Stoffwechsel braucht), für Tee- und Kaffeezubereitungen sind sie okay, jedoch nicht, um die tägliche Wasserbilanz aufzufüllen

Stay fresh!