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Warum ich vegan wurde

Heute, am 01. November, ist (neben Allerheiligen) Weltvegantag (World Vegan Day).

Diesen Tag möchte ich als Anlass nehmen, um erstmals einen privaten Einblick zu geben und ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, warum ich mich, als Ernährungswissenschafterin und Ernährungsberaterin, dazu entschieden habe, vegan zu werden und dies nach ein paar Jahren nach wie vor bin. („Gerade DU solltest es doch besser wissen.“)


Als Ernährungsberaterin ist man gefühlt laufend auf der Suche nach dem „heiligen Gral“ der Ernährung - passend für Jung und Alt, mit dem man gesund, schlank und fröhlich wird oder bleibt, ohne verzichten oder Aufwand betreiben zu müssen.


Ist es nicht genau das, was wir uns alle wünschen?


Dieser Weg hat mich über kurz oder lang auch zur veganen Ernährung geführt. Fachliteratur über pflanzliche Ernährungsweisen kam laufend auf den Markt, YoutuberInnen versprechen das Goldene vom Himmel, wenn man beginnt, sich vegan zu ernähren. Man verliere Gewicht, die Haut sei so strahlend, die Verdauung endlich in Ordnung und gleichzeitig müsse man ja quasi unendlich viel essen, um auf alle notwendigen Nährstoffe zu kommen, ganz nebenbei nimmt man dann automatisch schon ab.


Wunschgewicht durch mehr essen, einfach nur, weil es vegan ist? Na, wenn das nicht interessant klingt!


Ich habe mich vor ein paar Jahren dann kurzerhand entschlossen, dem „Experiment vegan“ eine Chance zu geben, um selbst zu sehen, welche Auswirkungen es auf meinen Körper haben würde. Der genaue Zeitpunkt ist etwas schwer festzumachen, da es ein schleichender Prozess war, der sich dann doch über ein paar Monate gezogen hat. Auf Fleisch, Milchprodukte und Eier zu verzichten, war für mich schnell erledigt, jedoch habe ich lange noch Fisch gegessen. Der Verzicht auf Fisch ist auch heute noch meine größte Challenge.


Letztendlich war dieser Umstieg jedoch der fehlende Puzzleteil zu einer Ernährungsweise, die sich körperlich und seelisch für mich „richtig“ angefühlt hat.


Viele Menschen sprechen nach dem Umstieg auf eine vegane Ernährungsweise von einer „Klarheit des Geistes“, da dieser nicht mehr durch tierische Produkte „vernebelt“ werden soll. Böse Zungen behaupten, diese „Leichtigkeit“ im Kopf entstehe einfach durch einen Mangel an Nährstoffen und mache daher die „unterernährten VeganerInnen“ etwas „schummrig“ im Kopf ;-). Spaß beiseite... ich muss zugeben, dass sich diese Klarheit im Kopf auch bei mir bemerkbar gemacht hat, denke jedoch nicht, dass es durch die fehlende „Vernebelung“ tierischer Produkte an sich kommt ;-).

Klarheit im Sinne besserer Konzentration und mehr Leichtigkeit, auch nach einem Essen, ja, das kann ich bestätigen. Aber auch im übertragenen Sinne, da ich mich automatisch bewusster mit allem auseinanderzusetzen begann, was mich umgab und auch heute noch umgibt. Diese Klarheit in Hinblick auf viele Bereiche ist aber nicht immer schön. Manchmal ist es leichter, Dinge nicht zu wissen.


Ich sage es ehrlich: es hat sich für mich ein bisschen so angefühlt, also würde ich die Büchse der Pandorra öffnen.


Ich habe bereits erwähnt, dass ich die vegane Ernährung aus ernährungswissenschaftlichem Interesse als Experiment gestartet habe – rein vegan geblieben bin ich aus ethischen Gründen.

Vielleicht kennst du das Zitat von Friedrich Dürrenmatt (Die Physiker, 1980):

„Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden“.


Die Recherche nach Informationen, das Lesen von Büchern, das Hören von Interviews und das Sehen von Dokumentationen gehört zu der ganzen Thematik dazu. Es ist fast nicht möglich, dem Thema Veganismus auf rein sachlicher Ebene zu begegnen. Für mich zumindest war und ist es das nicht. Vielleicht ist dies für andere möglich, ich hingegen bin dafür einfach zu sensibel. Informationen, Bilder und Gefühle, die ich einmal verinnerlicht habe, lassen sich nicht mehr wegzaubern.

Natürlich könnte man hier mit „diese grausamen Dokus und Szenen schaue ich mir einfach nicht an – da vergeht mir ja alles“ kontern. (...) Aber erkennst du die Ironie?


Zugegeben, emotionale Abschottung war nie ganz meine Stärke. Ich war als Jugendliche bereits eine Zeit lang Vegetarierin, weil ich eine dicke Ader in meinem Schnitzel entdeckt hatte. Innereien habe ich nie gegessen, genauso wenig wie Fisch im Ganzen oder alles weitere, das mir von meinem Teller weg noch in die Augen geblickt hat. Ich selbst habe mir auch nie Fleisch oder Fisch zubereiten können. In meinem Leben habe ich 1x versucht ein Hühnerfilet vor dem Anbraten in Streifen zu schneiden und habe dafür fast eine Stunde gebraucht, weil ich immer wieder vom Schneidbrett weggehen musste, um mich nicht zu übergeben.


Gut, möglicherweise denkst du jetzt „Fleisch ist eine Sache, das kann man leicht weglassen. Vegetarier gibt es schließlich zuhauf. Aber Eier und Milchprodukte? Geht das nicht zu weit?“. So dachte ich früher genauso. Ich habe den Veganismus sogar ein bisschen belächelt. Im Studium der Ernährungswissenschaften wurde uns immer wieder eingeschärft, dass es sich hierbei um eine Mangelernährung handle, deren Durchführung kompliziert und nicht erstrebenswert sei. Und wenn das die Professoren an der Uni sagen, muss es wohl stimmen (...) oder?


Die Zeiten haben sich jedoch geändert, im deutschsprachigen Raum publizieren v.a. Universitäten in Deutschland immer mehr Studien zum Thema Veganismus in jeder Lebensphase. Viele Studien aus England, z.B. die Epic Oxford Study, sind bereits länger bekannt, die Erkenntnisse im Sinne der Benefits für die Gesundheit nicht zu leugnen.

Auf diese hier genauer einzugehen würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen – alleine damit kann man Bücher füllen (und hat man auch bereits).

Buchtipp: „How Not To Die“ (Michael Greger)


Zurück zum Thema Eier und Milchprodukte: Hühner legen doch sowieso Eier, Kühe geben doch sowieso Milch. Warum also auf diese Produkte verzichten? Milch & Milchprodukte habe ich bereits begonnen stark einzuschränken, als ich mich mit der Traditionellen Chinesischen Medizin zu beschäftigen begann. Um herauszufinden, dass unsere Milch im Normalfall nicht von einer auf der Weide frohlockenden Kuh stammt, die täglich frisches Gras frisst und für uns dann ein hochwertiges Produkt in Packung fließt, brauchte es nicht viel.

Kurzer Denkanstoß: wann geben Säugetiere Milch? Richtig, wenn sie Mütter sind. Für wen ist die Milch gedacht? Richtig, für die Säuglinge. Wenn wir aber die Milch für uns beanspruchen, was bleibt dann für die Säuglinge?

Um die Milch für uns zu nutzen werden die Kälber von den Müttern getrennt, oft schreien diese noch wochenlang nach ihren Babys.

Dass Hühner als Legemaschinen missbraucht werden und Eier legen bis sie nicht mehr können, federlos und ohne Platz sich aufzurichten oder umzudrehen, war mir abseits der Legebatterien selbst neu. Bio-Freilandei klingt doch gar nicht so schlecht, oder? Im Stall teilen sich 9 Hühner 1 Quadratmeter Fläche, bei Bio ca. 6 Hühner.

Kückenschreddern steht ebenso leider nach wie vor an der Tagesordnung. Da männliche Hühner für die Legeindustrie nicht nutzbar sind, werden sie entweder vergast oder lebendig zerschreddert.

Näher möchte ich auf diese Thematik hier nicht eingehen. Einfach das Thema in die Suchmaschine eingeben, es finden sich genug Artikel und Bücher dazu.

Buchtipp: "Tiere essen" (Jonathan Safran Foer)


Ich selbst möchte diese Industrie nicht mehr unterstützen. Wenn du mir jedoch ein Ei deines im Garten lebenden, glücklichen Bio-Huhns anbieten würdest, das in seinem Biorhythmus leben kann, dann würde ich womöglich aber nicht „nein“ sagen ;-).

Vielleicht bist du ja selbst Bauer oder Bäuerin und handhabst diese Dinge ganz anders, kannst mit gutem Gewissen deinen Kühen etwas Milch und deinen Hennen ein paar Eier abnehmen. Das ist großartig, sehr schön! Nur sind die wenigsten von uns Bauern und v.a. in Städten ist das nun mal leider nicht die Norm.


Im Prinzip geht es ja oft nicht darum, DASS diese Produkte konsumiert werden, sondern WIE VIEL davon. Nur durch den massenhaften Konsum kam es überhaupt zur Notwendigkeit von Massentierhaltung.


Wo hört der Spaß auf?

Wenn man sich einmal in den Strudel des „Selbsthinterfragens“ begibt, bezogen auf das, was heutzutage aus gesundheitlichen, ethischen oder ökologischen Hintergründen überhaupt noch vertretbar ist, bekommt man schnell das Gefühl, es würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen.

Es ist doch unglaublich, welche Auswirkungen unsere Taten haben bzw. was wir wohl nicht alles falsch machen können. Sei es nun in Bezug auf uns selbst, also auch unseren Körper, auf die Tiere, die Umwelt oder den ganzen Planeten.


Sehr schnell bekommt man das Gefühl, man könne doch gar nichts richtig machen.

Freut man sich beispielsweise, endlich vegane Kekse (ja, die suche auch ich ;-) ) im Supermarkt gefunden zu haben, ziehen diese gleich einen ganzen Schweif an Faktoren mit sich, die trotzdem „schlecht“ oder „falsch“ sein können.

...puh...sehr viel Zucker ist schon drin – nicht gut für den Körper...

...oh nein, schon wieder Palmöl – das kann ich dem Regenwald nicht antun...

...verdammt, jeder einzelne Keks in Plastik verpackt – unsere Meere ertrinken schon förmlich in Plastik

...ach und von Nestlè sind sie auch noch...Privatisierung des Trinkwassers...nein, das kann ich nicht unterstützen

(...)

Ich denke, ihr versteht ... und ja, so geht es mir auch heute noch beim Einkaufen.

Schnell bekommt man hier ein Gefühl der „Überladens“, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, denn scheinbar kann man ja gefühlt alles falsch machen.


Ich habe nie gesagt, dass es einfach wäre. Selbstreflexion ist eine verdammt harte Sache – man muss sich selbst eingestehen, dass man vieles nicht so „perfekt“ macht, wie man es von sich selbst gerne behaupten würde und aus der eigenen Komfortzone herauskommen, wenn man etwas ändern möchte.


Sehr oft gehört auch Verzicht dazu. Ich spreche hier nicht von „ach, ich hätte so Lust auf ein Steak (...) aber ich verzichte darauf und bestelle mir stattdessen die vegane Quinoabowl“ (außerdem, Quinoa ist doch kein regionales Produkt...das ist wieder schlecht für meinen ökologischen Fußabdruck...).

Ich spreche vom hungrigen Aufenthalt auf einem Flughafen oder Bahnhof, auf dem es keine vegane Speisevariante außer einem kleinen Fruchtbecher für 7€ gibt (der ist dann übrigens in Plastik verpackt ;-) , true story, by the way). Ach ja, und Fliegen schadet der Umwelt übrigens fast genauso viel wie der Konsum von Fleisch – auch dieses Detail nur am Rande.


Natürlich spreche ich hier von Jammern auf hohem Niveau, keine Frage. Ich wäre auf dem Flughafen nicht verhungert (war dieser Flug eigentlich unbedingt nötig?). Früher hätte ich mir dann vielleicht ausnahmsweise ein Weckerl mit Käse gekauft - das würde ich heute nicht mehr tun. Stattdessen bin ich heute besser mit Proviant ausgestattet.


Es gibt jedoch Länder auf dieser Welt, die aufgrund unseres Fleischkonsums sehr wohl am Hungertuch nagen, weil wir deren Weideflächen für Getreide- und Sojaanbau für die Futtermittel unserer Nutztierhaltung nutzen.

Man sieht also – es geht hier nicht nur um die eigene Komfortzone und das eigene Wohl, sondern es geht uns alle an. Es geht den ganzen Planeten an.

Natürlich gibt es indigene Völker, die traditionell von tierischen Produkten leben, man betrachte z.B. die Massai in Afrika oder die Inuit. Diese haben jedoch keine Wahl, ihre Lebensumstände zwingen sie zu einer Ernährung, die auf tierischen Lebensmitteln basiert, da sie ansonsten nicht genug zur Verfügung hätten, um zu überleben.


Abgesehen von der Ernährung zieht das Thema Veganismus & Nachhaltigkeit weite Kreise: ob Nahrung, Kosmetik, Mode, Medikamente, man kann es endlos weiterführen.

(Schon mal versucht im Drogeriemarkt vegane Baldriankapseln zu finden ;-)? Am Ende bin ich dann in die Apotheke gedüst und habe mir Tropfen geholt.)

First World Problems, I know, aber dies nur zur Veranschaulichung.

Wusstest du übrigens, dass Fruchtsaft und Wein im Regelfall mit Gelatine geklärt werden? Ich bis vor einigen Jahren dahin auch nicht.


Raucht dir vom Lesen des Artikels vielleicht schon der Kopf? Fühlst du dich an Informationen überflutet? Ja, so geht es mir auch tagtäglich...


Wir haben die Wahl – zumindest die meisten von uns.

Täglich treffen wir eine Vielzahl von Entscheidungen für oder gegen Nachhaltigkeit, für oder gegen unsere Gesundheit oder auch für oder gegen ein Leben.


Und ich spreche hier nicht davon, dass ich jede/n bekehren möchte, vegan zu leben. Wozu ich aber anregen möchte, ist kritisches Denken und Selbstreflexion.


Ist es notwendig, dass an 7 Tagen die Woche Fleisch auf den Tisch kommt? Brauche ich täglich ein Frühstücksei? Ist Kuhmilch literweise wirklich unentbehrlich?

Ist das trägerweise Schleppen von Plastikflaschen wirklich nötig oder schmeckt Leitungswasser vielleicht doch nicht so übel?


Was vor einigen Jahren vielleicht noch undenkbar war, ist heute so leicht. Vor nicht einmal hundert Jahren waren die Menschen hierzulande froh, sich genug Essen leisten zu können.

Wir müssen wirklich auf nichts verzichten & zugleich werden uns auch überall pflanzliche Alternativen zur Verfügung gestellt.

Was für mich zu Beginn als eine Entbehrung an Lebensmitteln aussah, hat sich so schnell als Bereicherung herausgestellt.


Ich habe in meinem Leben noch nie so vielfältig und lecker gegessen, wie ich es heute tue.


Du fragst dich jetzt bestimmt: „und, was ist mit dem „heiligen Gral der Ernährung, hast du ihn im Veganismus gefunden?"

Jein.

Vegan Essen bedeutet nicht automatisch, dass man sich vollwertig und gesund ernährt. Heutzutage kann man sich auch von rein veganem Junk Food ernähren (ja, das ist leicht möglich!) und wäre trotzdem nicht gesund, würde unglaublich viel Müll anhäufen und viel Geld dafür ausgeben. Vollwertig pflanzlich heißt nicht nach Ersatzprodukten zu suchen, Analogkäse aus Kokosfett, teure Fertigprodukte und täglich eine Avocado haben auch bei mir wenig Platz.

Ersatzprodukte sind auch nicht notwendig, sondern Luxusartikel, genauso wie bei einer omnivoren Ernährung. Es reicht, auf natürliche Lebensmittel zurückzugreifen.

Wer sich vollwertig pflanzlich bzw. pflanzenbasiert ernährt, kann möglicherweise aber von einigen Vorteilen profitieren, z.B. Gewichtsabnahme (wenn gewünscht), eine bessere Verdauung, reine Haut, vielleicht auch weniger PMS bis hin zu einem reduzierten Krebsrisiko, einer besseren Versorgung mit gewissen Nährstoffen etc. Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Für einige ist vielleicht aufgrund von Krankheiten, Allergien oder Unverträglichkeiten eine rein vegane Ernährung gar nicht möglich.

Man kann hingegen auch, wenn man sich nicht ausreichend informiert, Mängel entwickeln, so viel Fairness muss sein. Übrigens geht dies aber mit einer omnivoren Ernährung genauso.


Pflanzenbasiert heißt jedoch auch, vielleicht nur einmal die Woche Fleisch zu essen, oder nur ab und zu ein Ei, Fisch oder Käse. Das macht per definitionem nicht zum Veganer oder zur Veganerin, jedoch kann dies für eine bewusste Lebens- und Ernährungsweise stehen.


Auch muss klar sein, dass ich beim Kilopreis von 1€ für Fleisch im Discounter kein hochwertiges Produkt in Händen halten kann, das geht sich einfach nicht aus. Natürlich kann man sich für die teure Biovariante entscheiden. Ob man dieses eine Stück Fleisch pro Woche dann „braucht“ wird aus gesundheitlichen Gründen keinen wesentlichen Unterschied machen. Ob man es ethisch vertreten kann, ist dann ein anderer Punkt. Dies bleibt jedem/jeder selbst überlassen.

Ich persönlich kann es nicht. Daher fallen auch diese „kannst du nicht einmal eine Ausnahme machen“-Optionen für mich flach. Aber das ist allein meine Entscheidung.


Ich würde niemals jemanden überreden wollen, sich für etwas zu entscheiden, was er/sie gar nicht möchte oder ethisch nicht vertritt. Ich sitze auch nicht beim Familienessen und deute mit dem Finger auf diejenigen, die sich ihr Schnitzel schmecken lassen. (Auch wenn ich wiederholend dazu aufgefordert werde, doch ein bisschen auf der Wiese zu grasen, die bräuchte ohnehin einen Schnitt :-).)

Ich kenne meine Prinzipien und habe sie für mich gefunden bzw. habe ich für mich das Gefühl, einfach keine andere Wahl zu haben, wenn ich mit mir im Reinen sein möchte.

Interessanterweise wird das Thema Veganismus bei Tisch dann aber doch immer wieder aufgebracht, jedoch nicht von mir. Es ist schon interessant zu beobachten, wie sich einige Menschen plötzlich rechtfertigen, obwohl man sie weder schief angesehen noch die eigene Ernährungsweise thematisiert hat. Offenbar beginnt man ja doch, sich Gedanken darüber zu machen.

Manchmal denke ich mir, es wäre einfacher, wenn mich das alles einfach nicht jucken würde - meine Speisenauswahl im Restaurant wäre wesentlich größer ;-). Dafür sind Kopfkino und ethische Sichtweise aber einfach zu präsent.


Übrigens gibt es einige interessante Studien zum Thema „Motive für Veganismus“, vorrangig resultieren diese aus gesundheitlichen oder ethischen Hintergründen, aber auch kulturellen Aspekten (z.B. in Indien). Es hat sich gezeigt, dass sich die Motive im Laufe der „Veganzeit“ verändern können. So war dies auch bei mir.


Was aus gesundheitlichem Interesse begonnen hat, ist aus ethischer Sicht geblieben.


Daher esse ich auch nicht „einmal ausnahmsweise den Keks, wo Milchpulver drin ist“. Meinem Körper oder meinem Krebsrisiko wäre der eine Keks vollkommen egal, meinem Gewissen aber nicht.

Wow, ich hätte wahrscheinlich ein Buch zu diesem Thema verfassen können. Derlei gibt es aber schon sehr viele, einige wenige davon möchte ich euch auch hier verlinken:


Aus gesundheitlicher Sicht:*




Aus ethischer Sicht:*



(*es handelt sich bei den angegebenen Links um Affiliate Links)


Einige Filme, die zum Thema interessant sein könnten:

The Game Changers

Forks Over Knives

Cowspiracy

Dominion

Earthlings


Informative Webseiten:

Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) www.ifane.org

ProVeg Deutschland: www.vebu.de

Vegane Gesellschaft Österreich: www.vegan.at



Dieser Artikel ist sehr lange geworden, wobei ich aber nur ansatzweise versucht habe, in Worte zu fassen, was mir durch den Kopf geht. Wenn du bis hierher gelesen hast, danke ich dir dafür!


Wie schon erwähnt, möchte ich mit diesem Blogartikel niemanden bekehren oder gar verurteilen, sondern einfach nur meine Motive schildern.

Wozu ich außerdem grundsätzlich anregen möchte, ist Hinterfragen, Aufklären & kritisch es Denken.

Es schadet niemandem, einmal kritisch in den eigenen Teller und über den Tellerrand hinaus zu blicken.


Was jede/r dann mit den gesammelten Informationen macht, bleibt ihm oder ihr selbst überlassen.

Wenn ich es also geschafft habe, dass du dir nun 2x Gedanken machst, wenn du das nächste Mal einkaufen gehst oder etwas kochst, dann haben meine Worte schon ihren Zweck erfüllt.


Niemand kann alles richtig machen, die einen verzichten auf Fleisch, die anderen benutzen aus Umweltgründen keinen Weichspüler. Aber jede/r von uns kann irgendwo ansetzen.


Start somewhere!